Ausschlusschromatographie Grundlagen

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Grundlagen der Ausschlusschromatographie (SEC)

Die Ausschlusschromatographie, auch bekannt als Größenausschlusschromatographie (SEC), ist eine hochspezialisierte chromatographische Technik. Sie dient überwiegend der Trennung von Makromolekülen, darunter auch Proteine, basierend auf ihrer Molekülgröße oder ihrem hydrodynamischen Radius. Doch wie genau funktioniert diese Methode und was sind die Schlüsselaspekte, die ihr verstehen solltet?

Prinzip der SEC

Im Herzen der SEC liegt ein einfaches, aber cleveres Prinzip: Die Trennung von Molekülen erfolgt durch ihre Fähigkeit, in die Poren eines Trägermaterials einzudringen. Größere Moleküle können dieses Netzwerk aus Poren nicht penetrieren und werden daher früher eluiert als kleinere Moleküle, die in die Poren eindringen und dadurch eine längere Wegstrecke zurücklegen müssen.

Prinzip der Ausschlusschromatographie.1
Wichtig zu merken

Bei der SEC gibt es keine direkte Interaktion zwischen den Analyten und der stationären Phase. Die Trennung beruht ausschließlich auf der Größendifferenz.

Geräteaufbau und Durchführung

Bei der Durchführung der SEC wird eure Probe auf eine Säule aufgetragen, die mit einem speziellen, porösen Trägermaterial gefüllt ist. Eine mobile Phase, meist eine gepufferte Lösung, transportiert die Moleküle durch die Säule. Ein Detektor am Ende der Säule registriert die eluierten Substanzen.

Trägermaterialien und Mobile Phasen

Oftmals werden Styren-Divinylbenzen-Copolymer als Trägermaterial verwendet. Diese bieten eine strukturierte, poröse Oberfläche, die entscheidend für eine effektive Trennung ist. Die mobile Phase ist in der Regel gepuffert, um die Stabilität sensibler Moleküle, wie Proteine, zu gewährleisten.

Schlüsselparameter: Ausschlussvolumen und scheinbarer Verteilungskoeffizient (\(K_D\))

Das Ausschlussvolumen und die Ausschlusszeit sind maßgeblich für das Verständnis, wann und wo Moleküle eluiert werden. Der scheinbare Verteilungskoeffizient \(K_D\) ist eine kritische Größe, die das Verhältnis zwischen dem Volumen, in dem sich ein Analyt bewegt, und dem Gesamtvolumen der Säule wiedergibt. Dieser ist generell kleiner als 1 für Moleküle, die mittels SEC getrennt werden.

Besonders im Fokus

Das IMPP fragt besonders gern nach dem scheinbaren Verteilungskoeffizienten (\(K_D\)) und seiner Bedeutung für die Ausschlusschromatographie.

Kalibrierung und Totvolumen

Um Molekülgrößen präzise zu bestimmen, ist eine Kalibrierung der SEC erforderlich. Hierbei werden Referenzsubstanzen mit bekannter Molekülmasse verwendet. Das Totvolumen, das Elutionsvolumen einer Substanz, die zu groß ist, um in die Poren einzudringen, dient als wichtiger Referenzpunkt.

Verständnis durch Anschaulichkeit

Stellt euch die SEC-Säule wie ein Labyrinth vor, in dem kleinere Moleküle eine längere Strecke zurücklegen müssen, da sie in die vielen kleinen Poren eindringen können. Größere Moleküle, die nicht in die Poren passen, nehmen hingegen den direktesten Weg und erreichen das Ende der Säule schneller. Diese unterschiedlichen Wegstrecken ermöglichen es uns, Moleküle effektiv nach ihrer Größe zu trennen.

Lasst uns die SEC als ein Werkzeug betrachten, das uns hilft, das “Gewicht” unserer Moleküle in einem Rennen zu messen. Je schwerer ein Molekül (sprich: je größer es ist), desto schneller kann es das Ziel erreichen, da es nicht in die “Seitenstraßen” (Poren) abbiegen kann.

Zusammenfassung

  • Scheinbarer Verteilungskoeffizient (KD): Zeigt an, wie eine Substanz zwischen der mobilen und der stationären Phase in Größenausschlusschromatographie (SEC) verteilt wird; KD ist kleiner als 1 für Substanzen, die in die Poren der stationären Phase eindringen können.
  • Elutionsvolumen: Ist bei SEC annähernd linear abhängig vom Logarithmus der Molekülmasse; zur Bestimmung der Molekülgröße ist eine Kalibrierung mit Referenzsubstanzen notwendig.
  • Totvolumen: Entspricht dem Volumen, das von Substanzen durchlaufen wird, die zu groß sind, um in die Poren einzudringen. Dies ist wichtig für die Interpretation von Elutionsprofilen.
  • Molekülgrößentrennung: SEC trennt Moleküle basierend auf ihrer Größe oder ihrem hydrodynamischen Radius, nützlich für die Trennung von Makromolekülen wie Proteinen, mit einer erforderlichen relativen Molekülmasse Differenz von 10-20%.
  • Keine Wechselwirkungen mit stationärer Phase: In SEC wechselwirken die Analyten nicht chemisch mit der stationären Phase; die Trennung erfolgt durch physische Diffusion, wobei kleinere Moleküle tiefer in die Poren eindringen.
  • Anionenaustauscher: Verwenden für starke basische Anionenaustauscher quartäre Ammoniumsalze anstelle von Dimethylaminogruppen, um effektiv Anionen auszutauschen, etwa in der Wasseraufbereitung oder in der Analytik.
  • Porengröße der stationären Phase: Bestimmt die Ausschlussgrenze der SEC; größere Moleküle, die nicht in die Poren eindringen können, eluieren schneller und werden daher früher detektiert.

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Footnotes

  1. Credits Prinzip der Ausschlusschromatographie. Grafik: Beige, GPC Trennung Cartoon, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons↩︎